Die Straße der Kasbahs

Von Erfoud ging unsere Reise nach Westen – Quarzazate – weiter. Unterwegs sahen wir das älteste funktionierende Bewässerungssystem Marokkos. Seltsame kleine Hügeln mit tiefen Löchern speichern hier das Wasser. An einer lokalen Raststation schlief ein Mann seelenruhig, obwohl so ein voller Bus ganz schön viel Lärm macht. Weitere Oasenstädte mit den Lehmburgen (Kasbahs) folgten, und überall waren die Menschen mit ihren Tieren und mit ihren Waren zu sehen.

Fahrt durch den Mittleren Atlas

Von Fès im Norden Marokkos ging unsere Reise durch den Mittleren Atlas in den Süd-Osten, nach Erfoud. Ihr könnt sehen, wie sich die Landschaft von Grün zu Gelb wandelt. Wo immer noch irgend etwas wächst, weiden Schafe und Ziegen. Vor Erfoud, unserem Zielort, durchqueren wir das Tafilalet, laut Wikipedia „die südlichste einer vom Wadi Ziz durchzogenen Gruppe mehrerer Oasen in der marokkanischen Sahara. Diese Oasengruppe ist mit 1380 km², 300 Dörfern und bis zu 150.000 Einwohnern die ausgedehnteste der Welt.“

Moulay Idriss und Volubilis

Moulay Idriss ist das „Mariazell“ Marokkos – die heiligste Wallfahrtsstätte des Landes. Muslime, die 7 x hierher pilgern, müssen nicht zur Großen Hadsch nach Mekka, welche für viele finanziell unerschwinglich ist. Bis heute dürfen Nichtmuslime in Moulay Idriss nicht übernachten und auch nicht das heilige Grabmal betreten. Auf der Strecke nach Fès liegt auch die bedeutendste archäologische Stätte Marokkos – Volubilis. 1997 wurde sie zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Hier sind die besterhaltenen Monumente aus der römischen Antike Nordafrikas.

Fahrt von Rabat nach Meknès

Marokko hat mir unter anderem auch deshalb so gut gefallen, weil es so unglaublich abwechslungsreich ist. Nördlich des Hohen Atlas ist es grün und fruchtbar, sieht zum Teil wie bei uns aus; und südlich davon wird es immer trockener und wüstenartiger. Auf der Busfahrt von Rabat nach Meknès  – beide Königsstädte liegen im Norden – haben wir herrliche Landschaften gesehen. Von Meknès konnten wir allerdings nur das schönste Stadttor bewundern, dann ging es schon weiter. Schafsherden, Mulis und Esel gehören hier absolut zur Landschaft!

Rabat – Die Nekropole von Chellah

Die Nekropole von Chellah ist ein heiliger und geradezu magischer Ort. Rolf Brockschmidt schreibt 2010 im „Der Tagesspiegel“ : „Als die Berberdynastie der Meriniden Marokko erobert hatte, ließ Sultan Yakub hier, wo einst die Römersiedlung Sala Colonia gelegen hatte, im 13. Jahrhundert einen Friedhof anlegen. Warum er das ausgerechnet hier tat, weiß niemand. Vielleicht waren es die römischen Ruinen, vielleicht auch die Lage außerhalb der Stadt, wo man fern des Trubels seine Ruhe finden konnte. Im Laufe der Zeit kamen zwei Marabout-Gräber mit ihren typischen weißen Kuppeln dazu. Daneben entstandt eine Zaouia, eine Sufi-Gemeinschaft mit Moschee, Koranschule und Unterkunft. Hier liegen auch Sultan Abu Youssef Yakoub und seine Frau begraben. 1339 hat Sultan Abou Al-Hassan die große Umfassungsmauer und das prächtige Tor bauen lassen und damit die Nekropole Chellah geschaffen – so wie sie sich heute zeigt.“ Wir haben hier vor allem Ruhe, Natur, Ruinen und unzählige Störche vorgefunden. Ich hätte noch Stunden hier verbringen können!

Rabat – Der Königspalast

Rabat ist nach Casablanca die zweitgrößte Stadt Marokkos. Sie ist die Hauptstadt und eine der 4 Königsstädte. Der Königspalast (Dâr-al-Makhzen) ist der Haupt- und Amtssitz des Königs von Marokko, und wurde im 19. Jahrhundert im islamischen Stil erbaut. Wenn der König in eine andere Stadt reist, was er regelmäßig tut, wird er von sehr viel Polizei und Militär begleitet, und die „Normalsterblichen“ werden von der Autobahn abgedrängt – ist uns tatsächlich passiert. Der Vogel, den ich euch zeige, ist ein Kuhreiher.

Die Reiher im Wasserpark von Wien

Im Wiener Wasserpark gibt es eine Kolonie von Graureihern. Sie bauen gerade ihre Horste in den Bäumen – bei dem stürmischen Wetter gar nicht leicht! Ein Paar, dessen Nest schon fertig sein dürfte, hat mit der Balz begonnen. Da das Wetter derzeit wirklich unangenehm ist, kalt und mit häufigen Regen- oder Schneeschauern, waren nur wenige Reiher zu sehen. Die große Masse muss irgendwo ein geschütztes Plätzchen gefunden haben. Aber die, die dem Wetter trotzten, so wie ich mit meiner Freundin, waren sehr aktiv, und flogen teils riesige Zweige in die Baumkronen. Ihr könnt nun Abflug- und Landemanöver sehen.