Kloster Geghard

Der Blick in der Früh aus unserem Hotelzimmer in Jerewan war schon viel versprechend – der Berg Ararat lag deutlich sichtbar in der klaren Morgenluft! Zum Kloster Geghard fuhren wir nach Osten, in das Azat-Tal. Das Kloster selbst liegt in einer Schlucht am Oberlauf des Azat, und wurde vermutlich im 4. Jahrhundert gegründet. Es ist ein Höhlenkloster, in dem Räume auch in die Felsen gehauen wurden. Der vollständige Name des Klosters Geghard lautet Geghardavank, was „Kloster zur heiligen Lanze“ bedeutet. Der Name soll auf eine Legende zurückgehen, der zufolge eine Lanze des Apostel Thaddäus im Kloster versteckt worden ist. Die Lanze gibt es tatsächlich, und sie ist im Museum von Etschmiadsin ausgestellt. In einer Felsenkirche des Klosters, im oberen Gawit (Vorhalle), werden kleine Konzerte für die Touristen gegeben. Wir hörten mehrere sakrale Volkslieder von einem ausgezeichneten Vokal-Ensemle. Das war ein großartiges Erlebnis für mich, die 5 Stimmen in dieser herrlichen Kirche!

Wanderung zum Kloster Sanahin

Unsere erste größere Wanderung führte uns vom Kloster Haghpat zum Kloster Sanahin, auf einem alten Pilgerweg. Die beiden Klöster sind durch die tiefe Schlucht des Flußes Debed getrennt, die wir durchwandern mußten. Die ersten 3 Fotos sind mit dem Handy gemacht, da meine Kamera im Rucksack war, und das allererste zeigt das Kloster Haghpat aus einiger Entfernung. Die Klosteranlage Sanahin stammt aus dem 10. Jahrhundert und gilt als die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage Armeniens. Sie besteht aus 5 Kirchen, 2 Vorhallen (Gawits), einer Schule, Bibliothek, einem Glockenturm und dem Friedhof. Viele Chatschkare (Kreuzsteine/Gedenksteine) und mehrere Gräber von Bischöfen sind hier zu sehen. Und auch wenn sich diese spezielle Architektur der armenischen Klöster zu wiederholen scheint – ich war von jeder Kirche und jeder wundervollen Vorhalle ergriffen!

Haghpat – Klosteranlage aus dem 10. Jahrhundert

Das im 10. Jahrhundert erbaute Kloster Haghpat ist, wenn man von kleinen Renovierungen im 11. und 12. Jahrhundert absieht, im Originalzustand erhalten. Der Klosterkomplex besteht aus 8 Gebäuden – Kirche, Kapelle, Glockenturm, Bibliothek, Vorhalle … Die besonders große Vorhalle (Gawit) von Haghpat ist für mittelalterliche Kirchen Armeniens typisch. Sie diente für allgemeine Versammlungen der Gemeinde, für Unterrichtszwecke, Gerichtsverhandlungen und als Grabstätte. Der Boden der Vorhalle ist vollständig mit Grabplatten belegt. Wir nähern uns dem Kloster zu Fuß, und von hier wandern wir zum nächsten Kloster Sanahin auf einem alten Pilgerweg.