Die Rettung einer Sperbertaube – Fortsetzung der Thailandberichte

Liebe Besucherinnen und Besucher, ich bin aus der Toskana zurück und mache mich an die Bearbeitung meiner Fotos. Und derweil setze ich meinen Thailand-Reisebericht fort!

Das schönste und wichtigste Erlebnis dieser Thailand-Reise war für mich die Rettung einer Sperbertaube. Unterwegs in der Provinz Chiang Mai machten wir einen Foto-Stopp bei einem Dorf am Fluss. Wunderschöne Landschaft, ich ging näher an den Fluss heran, und sah zu meinem Entsetzen eine Sperbertaube im Netz zappeln. Die dünnen Nylonfäden hatten sich bereits tief in die Flügeln hinein gebohrt. Ich habe rasch ein (technisch mieses) Foto von der Taube gemacht und um Hilfe geschrien – ohne einem Messer war da nichts zu machen! Ein Mitreisender hatte ein Taschenmesser dabei, und gemeinsam gelang es uns tatsächlich, den Vogel zu befreien. Niemals werde ich vergessen, wie ruhig die Taube in meinen Händen lag, während Norbert vorsichtig die Fäden aufschnitt. Kaum hat das Tier gespürt, dass es sich wieder bewegen kann, flog es aus meinen Händen davon. Erst danach habe ich die weiteren riesigen Netze bemerkt, in denen wohl schon hunderte Vögel gestorben sind. Aber auch wenn ich nur eine einzige Sperbertaube retten konnte – für mich war das der schönste Moment dieser Reise!

Provinz Phetchabun

Unser nächstes Ziel war die Provinz Phetchabun, schon näher an den Bergen Thailands. Hier wird an den Straßen Honig direkt in den Waben (samt einzelnen Bienen!) verkauft. Und die wunderschönen Sperbertauben, viel kleiner als unsere, werden mit riesigen Netzen gefangen, wie ich später selbst sehen mußte – die ganze Geschichte darüber kommt an passender Stelle. In einer neuen Tempelanlage haben wir, gegen eine angemessene Spende, köstliche Klostersuppe erhalten. Jeder kann hier essen und dafür das geben, was ihm passend erscheint und möglich ist. Überhaupt möchte ich hier erwähnen, dass es  – trotz wirklich viel Armut – in Thailand für jeden genug zu essen gibt, und Betteln hier höchst selten ist.

Das Leben in Bangsaen

In den 5 Tagen in Bangsaen konnten wir das Leben hier gut beobachten. Es spielt sich meist auf der Straße ab, oder in klimatisierten Kaufhäusern. Ob Schneiderwerkstatt, Geschäft oder Essgelegenheit – alles findet sich auf dem Gehsteig. Selbst eine kleine Tankstelle und Reparaturwerkstätten. Fußgänger-Sein in Thailand ist nicht vorgesehen, hier fährt alles Moped oder 10 Bath Taxi (Gemeinschaftstaxi für extrem wenig Geld, kann sich jeder leisten). Und dem Fischreiher am Strand ist der Müll egal – hier findet er immer was zum fressen!