Abschied von Armenien

Den Abschied von Armenien nahmen wir in Jerewan, seiner Hauptstadt. Wir hatten einen ganzen Tag zur freien Verfügung. Auf unserem Programm war nochmals „die Kaskade“ mit ihren Kunstwerken; ein unterirdisches Einkaufszentrum, wo historische Musikinstrumente ausgestellt sind; die Fußgängerzone; das Sergei Parajanov Museum; eine Moschee und die U-Bahn. Jerewan hat genau eine U-Linie, und die sind wir abgefahren. Der Heimflug nach Wien fand leider noch vor dem Sonnenaufgang statt, sodass die Fotos (bei wenig Licht gemacht) technisch suboptimal sind, mir gefallen sie aber trotzdem. Diese Reise wird mir mit Sicherheit als eine meiner schönsten in Erinnerung bleiben!

Kloster Geghard

Der Blick in der Früh aus unserem Hotelzimmer in Jerewan war schon viel versprechend – der Berg Ararat lag deutlich sichtbar in der klaren Morgenluft! Zum Kloster Geghard fuhren wir nach Osten, in das Azat-Tal. Das Kloster selbst liegt in einer Schlucht am Oberlauf des Azat, und wurde vermutlich im 4. Jahrhundert gegründet. Es ist ein Höhlenkloster, in dem Räume auch in die Felsen gehauen wurden. Der vollständige Name des Klosters Geghard lautet Geghardavank, was „Kloster zur heiligen Lanze“ bedeutet. Der Name soll auf eine Legende zurückgehen, der zufolge eine Lanze des Apostel Thaddäus im Kloster versteckt worden ist. Die Lanze gibt es tatsächlich, und sie ist im Museum von Etschmiadsin ausgestellt. In einer Felsenkirche des Klosters, im oberen Gawit (Vorhalle), werden kleine Konzerte für die Touristen gegeben. Wir hörten mehrere sakrale Volkslieder von einem ausgezeichneten Vokal-Ensemle. Das war ein großartiges Erlebnis für mich, die 5 Stimmen in dieser herrlichen Kirche!

Jerewan 3. – Spaziergang durch das Zentrum

Nach der Besichtigung der Kaskade ging es weiter zum Historischen Museum am Platz der Republik. Da durfte ich leider nicht fotografieren, dabei gab es hier phantastische Objekte, z.B. den ältesten Schuh der Welt (5-6 Tausend Jahre alt!). Jerewan hat eine – ich wiederhole: eine U-Bahnlinie – mit der sind wir am letzten Tag der Reise auch gefahren, jetzt sehen wir aber nur eine Metro-Station. Bei der Oper wurden wir vom Bus abgeholt, und am späten Abend wieder zum Platz der Republik gebracht, zum „singenden Springbrunnen“, der im Lichterglanz erstrahlte und tatsächlich klassische Musik von sich gab. Es war ein herrliches Spektakel!

Jerewan 2. – die Kaskade

Die Kaskade ist ein imposantes Bauwerk und Museum für moderne Kunst zugleich. Ein reicher armenischer Kunstsammler aus den USA, Gerard Gafesjian, hat sie finanziert. “Gafesjian Zentrum für die Kunst” heißt die Kaskade offiziell, und wurde 2007 fertiggestellt. Über 200 Kunstwerke sind auf den Etagen der Kaskade ausgestellt, und weitere befinden sich unten auf der Allee, im Freien. Wir gehen direkt vom Matenadaran Museum zur Kaskade und kommen oben an, unterwegs ständig den heiligen Berg Ararat im Blick, 5.137 m hoch, doch dazu später mehr.

Armenien – Jerewan 1.

Ich bin aus Armenien zurück und begrüße euch hier auf meinem Blog ganz herzlich! Es war eine wunderschöne Reise in das Land, welches als die Wiege der Christenheit gilt. Armenien hat im Jahre 301 nach Christus als erstes Land der Erde das  Christentum zur Staatsreligion erhoben. Ich erwähne das deswegen, weil Armenien für seine frühchristlichen Klöster und Kirchen berühmt ist, und das ganz zu recht. Wir haben viele sehr berühmte und auch weniger berühmte Klöster gesehen, und manchmal dachte ich, schon wieder, das wiederholt sich doch. Und dann betritt man die nächste Kirche, und kann wieder den offenen Mund kaum schließen vor Begeisterung und Erstaunen! Aber natürlich werde ich euch nicht nur Kirchen und Klöster präsentieren, sondern auch das Leben in Armenien so, wie es heute eben ist. Wir beginnen mit der Haupstadt Jerewan, wo wir angekommen sind, und besuchen das berühmte Matenadaran Museum, das die größte Sammlung altarmenischer Handschriften beherbergt. Vom 1. Stock des Museums hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt!