Kloster Geghard

Der Blick in der Früh aus unserem Hotelzimmer in Jerewan war schon viel versprechend – der Berg Ararat lag deutlich sichtbar in der klaren Morgenluft! Zum Kloster Geghard fuhren wir nach Osten, in das Azat-Tal. Das Kloster selbst liegt in einer Schlucht am Oberlauf des Azat, und wurde vermutlich im 4. Jahrhundert gegründet. Es ist ein Höhlenkloster, in dem Räume auch in die Felsen gehauen wurden. Der vollständige Name des Klosters Geghard lautet Geghardavank, was „Kloster zur heiligen Lanze“ bedeutet. Der Name soll auf eine Legende zurückgehen, der zufolge eine Lanze des Apostel Thaddäus im Kloster versteckt worden ist. Die Lanze gibt es tatsächlich, und sie ist im Museum von Etschmiadsin ausgestellt. In einer Felsenkirche des Klosters, im oberen Gawit (Vorhalle), werden kleine Konzerte für die Touristen gegeben. Wir hörten mehrere sakrale Volkslieder von einem ausgezeichneten Vokal-Ensemle. Das war ein großartiges Erlebnis für mich, die 5 Stimmen in dieser herrlichen Kirche!

Kloster Chor Virap

Unsere Reise nähert sich dem Ende zu. Von Goris ging es wieder in Richtung Norden, nach Jerewan. Unterwegs besuchten wir das Kloster Chor Virap. Wikipedia: „Der Legende zufolge sperrte König Trdat III. im Jahre 288 n. Chr. auf der kleinen Anhöhe inmitten der Ebene des Araxtals Gregor den Erleuchter in eine Höhle ein und hielt ihn dort 13 Jahre lang gefangen, um ihn vom christlichen Glauben abzubringen. Da die Folter Gregor nicht beugen konnte, und dieser den König von einer als unheilbar angesehenen, entstellenden Hautkrankheit heilte, ließ sich Trdat III. mit seiner Familie und dem Hof im Jahre 301 taufen und verfügte, dass die Armenier – als erstes Volk in der Geschichte – das Christentum als Staatsreligion annahmen.“ Hier also nahm das Christentum als Staatsreligion seinen Anfang! Chor Virap liegt in nächster Nähe zum Ararat, dem Heiligen Berg der Armenier, der sich aber hinter Stacheldrahtzaun auf türkischem Boden befindet. Für gläubige Armenier ist dieses Kloster das wichtigste des ganzen Landes. Gleich mehrere Hochzeiten wurden dort gefeiert.

 

Swartnoz-Tempel

Der Swartnoz-Tempel ist eine Ausgrabungsstätte nahe Etschmiadsin, mit den Resten einer Mitte des 7. Jahrhunderts errichteten, dem heiligen Gregor gewidmeten Kathedrale und des Palastes ihres Stifters Katholikos Nerses III. Die riesige runde Kathedrale gilt seit der Ausgrabung ihrer Ruinen von 1901-1907 als der Höhepunkt der armenischen Baukunst des 7. Jahrhunderts und als eines der bekanntesten baulichen Symbole der Armenisch-Apostolischen Kirche. Auch die Oper in Jerewan hat sie zum Vorbild. Seit dem Jahr 2000 gehört der Swartnoz-Tempel zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im kleinen Museum, das zur Anlage gehört, kann man Fotos von der Rekonstruktion der Kathedrale sehen. Der Anblick dieser Ruinen, mit dem Berg Ararat im Hintergrund, war unglaublich schön!

Jerewan 2. – die Kaskade

Die Kaskade ist ein imposantes Bauwerk und Museum für moderne Kunst zugleich. Ein reicher armenischer Kunstsammler aus den USA, Gerard Gafesjian, hat sie finanziert. “Gafesjian Zentrum für die Kunst” heißt die Kaskade offiziell, und wurde 2007 fertiggestellt. Über 200 Kunstwerke sind auf den Etagen der Kaskade ausgestellt, und weitere befinden sich unten auf der Allee, im Freien. Wir gehen direkt vom Matenadaran Museum zur Kaskade und kommen oben an, unterwegs ständig den heiligen Berg Ararat im Blick, 5.137 m hoch, doch dazu später mehr.