Heeresgeschichtliches Museum HGM

Heute zeige ich euch etwas für mich recht Ungewöhnliches, ein ehemaliges Kriegsmuseum, das heutige Heeresgeschichtliche Museum in Wien. Seit einiger Zeit ist eine Debatte entbrannt, ob die Darstellungsweise des 2. Weltkrieges in diesem Museum noch zeitgemäß ist. Die Kritik, bei einer Tagung am 24.1.2020 (im Objekt 1 im Arsenal) wissenschaftlich äußerst fundiert vorgebracht, lautete kurz zusammengefasst: die an sich guten Objekte der Ausstellung werden ohne Kontextualisierung und ohne kritischer Distanzierung zur Rolle Österreichs im 2. Weltkrieg gezeigt. Z.B. hängt ein Bild des Nazi-Malers Otto Jahn völlig unkommentiert in der Dauerausstellung. Diese Tagung hat mich dazu motiviert, das HGM aufzusuchen. Der dort vorgebrachten Kritik kann ich mich nur anschließen. Mich persönlich hat am meisten schockiert, dass dem Holocaust nur ca. 1m² der riesigen Ausstellungsfläche gewidmet ist, und auch diese Objekte völlig unkommentiert bleiben. Ihr seht zunächst den Ort der Tagung, Objekt 1 im Arsenal, und danach das HGM.

Wiener Sezession

Die Wiener Sezession, eines der bedeutendsten Bauwerke des österreichischen Secessionsstils, wurde 1897/98 von Joseph Maria Olbrich erbaut. Das Gebäude mit dem goldenen „Krauthappel“ am Dach dient bis heute als Ausstellungsstätte für moderne Kunst.  Es zählt nicht zu meinen Lieblingsmuseen, aber ab und zu besuche ich es gerne. Diesmal haben mir die aktuellen Ausstellungen gut gefallen, ganz besonders die „Shit Moms“ von Tala Madani. Der Beethovenfries von Gustav Klimt gehört seit seiner Errichtung 1902 zur Wiener Sezession.

Belvedere 21

Das Belvedere 21 – eine Dependance des Belvedere – zeigt derzeit im Hauptraum eine Ausstellung von Eva Grubinger: Malady of the Infinite (Leiden am Unendlichen). Mir persönlich sagen die ausgestellten Objekte – eine angedeutete Jacht und am Boden liegende Wasserbomben – nicht viel, trotz mehr als ausführlicher Legende. Ich mag es nicht, wenn Kunst sich mir NUR über ein Konzept erschließt, möglichst lang und kompliziert. Aber das ist natürlich sehr subjektiv, ich bin eben ein Schau-Mensch und weniger ein Lese-Mensch (ausgenommen ist Literatur). Beides ist dann wieder ok, wenn mich ein Kunstwerk emotional berührt, und durch einen Text zusätzlich an Deutungsmöglichkeiten gewinnt. Das Belvedere 21 ist aber für mich selbst ein architektonisches Kunstwerk, wobei es seit der Renovierung 2011 die wunderbare Innen-Haupttreppe leider eingebüßt hat. Das Gebäude wurde von Karl Schwanzer als Österreich-Pavillon für die Weltausstellung in Brüssel 1958 entworfen. Ab 1962 diente es als Museum des 20. Jahrhunderts, und wurde nach der Renovierung 2011 als 21er Haus wiedereröffnet. Seit 2017 gehört das Haus zum Belvedere und wurde in Belvedere 21 umbenannt.

Die Ephrussis. Eine Zeitreise – Jüdisches Museum Wien

Derzeit ist im Jüdischen Museum in Wien die Ausstellung „Die Ephrussis. Eine Zeitreise“ zu sehen. „Kernstück der Ausstellung bildet das Familienarchiv der Ephrussis, das die Familie de Waal dem Jüdischen Museum schenkte, sowie 157 Netsukes, die dem Museum als Leihgabe von der Familie zur Verfügung gestellt wurden.“ Diese kleinen, geschnitzten „Gürtelgewichte“ aus Japan haben mich sofort fasziniert – so detailgetreu und wunderschön anzusehen! Der kleine Hase ist übrigens im Buch „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ von Edmund de Waal verewigt, welches das Schicksal der Familie Ephrussi zum Inhalt hat. Die Geschichte der Familie Ephrussi ist von Leid und Verfolgung während der NS-Zeit geprägt. Für mich erschütternd sind die originalen Enteignungsdokumente, die die staatliche Vernichtungsstrategie und den Terror dieser Un-Zeit widerspiegeln. Ein paar Exponate der ständigen Sammlungen zeige ich euch auch, z.B. eine Zeile aus dem „Verzeichnis der hier tolerierten Juden“ nach dem Toleranzpatent von Joseph II., und ein kleines Schachspiel, gemacht von jungen KZ-Überlebenden als Geschenk für ihre Retter.

 

 

Albertina

Die Krönung meiner Museumsbesuche war am 23.12.2019 die Albertina. Im Untergeschoß werden derzeit Werke von Anselm Kiefer, Gerhard Richter, Gottfried Helnwein, Andy Warhol, Alex Katz, Maria Lassnig u.a. gezeigt. Die Sammlung Batliner im 2. Stock ist eine der bedeutendsten Kollektionen Europas zur Malerei der Klassischen Moderne, mit Werken von Chagall, Picasso, Degas, Cézanne, Kokoschka und v.a. Zeitgenössische Zeichnungen aus der Sammlung Florence und Daniel Guerlain sind ebenfalls auf Ebene 2. zu sehen. Im 1. Stock befinden sich die Prunkräume und die derzeit wichtigste Ausstellung der Albertina – die Albrecht Dürer Schau. Sie zeigt mit über 200 Exponaten Dürers zeichnerische, druckgrafische und malerische Werke. Im Erdgeschoss sind frühe Arbeiten von Arnulf Rainer ausgestellt, anlässlich seines 90. Geburtstages. Die größte Freude war für mich, dass bis auf 1. Bild von Dürer ALLES fotografiert werden durfte, das habe ich noch nie erlebt!

Oberes Belvedere – aktuelle Ausstellungen

Das Obere Belvedere zeigt derzeit – neben den ständigen Sammlungen – Werke des Malers und Freskanten Josef Ignaz Mildorfer (1719–75). Er wird als Rebell des Barock bezeichnet, wegen seiner sehr speziellen und ausdrucksstarken Darstellungsweise. Ich zeige euch, ihr ahnt es vielleicht schon, wieder einmal meine persönliche Auswahl aus allen Sammlungen und das Haus selbst.

 

KHM Wien – mit Gemälden von Caravaggio und Skulpturen von Bernini

Derzeit sind im Kunsthistorischen Museum Wien Werke von Caravaggio & Bernini in einer Sonderausstellung zu sehen. Es geht in erster Linie um Emotionen: „Zu Caravaggios Zeit spielte das innere Seelenleben eine große Rolle. Im 17. Jahrhundert drehte sich alles um Emotionen. Caravaggio, Bernini und ihre Gleichgesinnten setzten einige spezielle Kunstgriffe ein, um Affekte darzustellen und Emotionen in den Betrachterinnen und Betrachtern auszulösen. Zu diesen Kunstgriffen gehörten komplexe Körperhaltungen, Gesichtsausdrücke und Blicke sowie Lichterscheinungen, Farben und bewegte Gewänder.“ So lautet der Text zur Ausstellung auf der KHM-Webseite. Ich zeige euch eine kleine, rein persönliche Auswahl von Werken aus den ständigen Sammlungen; in der Sonderausstellung war Fotografieren leider nicht erlaubt.

MAK-Expositur Geymüllerschlössel

„Im Biedermeierjuwel Geymüllerschlössel in Wien Pötzleinsdorf zeigt das MAK Möbel aus dem Empire und Biedermeier, Alt-Wiener Uhren der Sammlung Franz Sobek sowie Interventionen zeitgenössischer Künstler und Designer.“ Das Schlössel ist allerliebst, die ausgestellten Uhren und Uhren-Bilder wirklich sehenswert, und der Park einfach wunderschön!

MAK Wien – Museum für angewandte Kunst

Nach dem Naturhistorischen Museum besuchten wir das MAK Wien – das Museum für angewandte Kunst. Neben den ständigen Sammlungen sind dort Wechselausstellungen zu sehen, und am meisten hat mich diesmal das MAK DESIGN LAB beeindruckt. „Mit Vorstellungskraft, Kreativität, spielerischem Experiment und ganzheitlicher Sichtweise lenkt das MAK DESIGN LAB den Blick auf die Konsequenzen unseres momentanen Lebensstils, aber auch darauf, was innovative Problemlösungen für jede/jeden von uns bedeuten.“ Ein Beispiel ist die Virtual-Reality-Brille für Hühner, ein Kunstprojekt zum Schmunzeln, aber auch erschreckend – werden wir alle mal mit solchen Brillen inmitten der zerstörten Welt herumirren?

Naturhistorisches Museum Wien

Wir haben seit fast einem Jahr die Museums-Card der Bundesmuseen in Wien, und bevor sie Ende Dezember abläuft besuchen wir natürlich die 8 Museen. Als erstes zeige ich euch das NHM, und da speziell die aktuelle Mond-Ausstellung. Der Mensch hat sich seit fast 4ooo Jahren mit dem Himmel und den astronomischen Phänomenen beschäftigt – das erste Foto zeigt die Himmelsscheibe von Nebra mit Sonne, Mond und den Plejaden. Es ist schon unglaublich toll, wie weit es die Menschheit gebracht hat, aber zunehmend beschleicht mich die Angst, dass die Profitgier unseren Planeten in nicht allzu weiter Zukunft zerstören könnte. Jedenfalls als Lebensgrundlage für Menschen. Die Exponate habe ich willkürlich, nur nach meinem Geschmack ausgewählt.