Wanderung zum verlassenen Kloster in der Schlucht

Vom Kloster Tatew ging unsere Wanderung ca. 500 Höhenmeter hinunter, zum kleineren und verlassenen Kloster unten in der Schlucht. Ebenfalls unten im Tal befindet sich die sogenannte Teufelsbrücke, die mich aber enttäuscht hat. Ein großer, in das Flußbett herabgefallener Felsen bildet eine natürliche, kleine Brücke. Schon interessanter fand ich die Thermalquelle, die sich dort befindet – da gehen die Einheimischen tatsächlich baden! Die 3 letzten Fotos von der Seilbahn sind auf der Rückreise im Bus zum Hotel in Goris entstanden.

Chndsoresk

Chndsoresk ist ein uraltes Höhlendorf, im malerischen Tal unterhalb des neuen Dorfes gelegen. Es ist wegen seiner bizarren Felsformationen und zahlreichen Höhlen, von denen einige bis Mitte des 20. Jahrhunderts bewohnt waren, sehenswert. Neben Gebäuderuinen aus dem 19. Jahrhundert sind noch die Hripsime-Kirche (dreischiffige Basilika aus dem 17. Jahrhundert), eine einschiffige Kirche und die Ruinen einer Einsiedelei erhalten. Man sagt, dass das Dorf in früheren Zeiten Khor Dzor (tiefer Graben) oder Khordzoresk hieß, weil es in einer tiefen Schlucht lag. Über diese Schlucht führt seit 2012 eine Hängebrücke. Diese zu überqueren war nicht ganz einfach – der Blick hinunter macht schwindelig, und der „Gegenverkehr“ erfordert geschicktes Schlichten auf der schmalen Brücke. Ja, und Gegenverkehr auf den Straßen Armeniens sind oft Viehherden!

Zorakarer – das armenische „Stonehenge“

Zorakarer, auch Karahundsch genannt, ist ein bronzezeitliches Gräberfeld nahe der Stadt Sissian. Hier befinden sich ca. 30 Kammergräber, weiters Mauerreste einer Siedlung und 223 aufrecht stehende Felsbrocken (Megalithe). Etwa 40 dieser Felsbrocken aus Basalt bilden einen Kreis um das zentrale Steinkammergrab – ähnlich dem Stonehenge. Manche Megalithe weisen ein Loch auf, ob zum Transport gedacht oder für etwas ganz anderes ist unbekannt. Auf den letzten Fotos seht ihr einen Traktor, Schafe auf der Straße und die Gasleitung – diese Gasleitung durchzieht ganz Armenien, jedes Dorf und jede Stadt. Wir konnten es nicht fassen, dass sie zur Gänze oberirdisch geführt wird, und dass es dadurch nicht ständig zu Katastrophen kommt.

Mittelalterliche Karawanserei am Selim-Pass

Die Weiterfahrt in den Süden Armeniens führte uns über den Selim-Pass (2.410m) zu einer Karawanserei aus dem 14. Jahrhundert. Sie ist eine der wichtigsten Karawansereien des mittelalterlichen Armeniens und die berühmteste. Im 15. bis 16. Jahrhundert wurde sie zerstört und erst 1956-1959 wieder aufgebaut. Heute ist diese Karawanserei die best erhaltene Armeniens. Vom Selim-Pass eröffnet sich ein unglaublich schöner Ausblick auf das Land! Und hier konnte ich nicht widerstehen, bei Bauern aus der Umgebung regionale Produkte einzukaufen: Honig und die traditionellen Aprikosen-Süßigkeiten.

Am Sewansee

Unser Hotel lag direkt am wunderschönen Sewansee, der als das Meer der Armenier gilt. Er ist der größte Süßwassersee Armeniens und des ganzen Kaukasus, und liegt auf 1900 m Seehöhe. Zu Sowjetzeiten wurde sehr viel Wasser abgelassen, und um den Wasserspiegel wieder zu erhöhen, mußten 2 Tunnels errichtet werden, über die Wasser aus anderen Seen zugeleitet wird. Heute ist der Wasserpegel des Sewansees stabil bis leicht steigend, und im Sommer boomt hier der Bade-Tourismus. Die ersten 3 Fotos sind am Abend unserer Ankunft entstanden, die restlichen früh am nächsten Morgen, noch vor Sonnenaufgang und danach. Ihr seht einen Kormoran und Fischreiher im Flug, sowie Haubentaucher und Möwen im Wasser und in der Luft.

Fluß Debed im Norden Armeniens

Unser zweites Hotel war im Norden Armeniens, direkt am Fluß Debed gelegen. Es war das schönste Hotel dieser Reise! Am späten Nachmittag, beim letzten Sonnenschein, sind wir den Fluß entlang gegangen, soweit das möglich war. Die Cosmeen schimmerten im Gegenlicht, und dieses Licht hat mich bezaubert!

Armenische Landschaften

Auf dieser Reise mußte ich Landschaften am häufigsten aus dem fahrenden Bus fotografieren. Bei den Wanderungen hatte ich meine schwere Kamera im Rucksack und in den Händen die Wanderstöcke, und die Stopps erfolgten meist bei Klöstern und Kirchen. Und obwohl wir einen echt schnellen Fahrer hatten und die Scheiben auch noch getönt waren, gelang mir doch immer wieder ein schönes Landschaftsfoto. Für mich gehören Landschaften, Menschen und Tiere unbedingt zu meinen Reiseberichten dazu, nicht nur die Kulturschätze. Erst aufgrund dieser Vielfalt könnt ihr euch – hoffentlich – ein Bild von Armenien machen. Wie man sieht, gibt es gelegentlich Ruinen zu sehen, und immer wieder Viehherden: Rinder, Schafe und Pferde. Die letzten 3 Fotos wurden in einer Schaubäckerei und ihrer Umgebung gemacht. Das traditionelle armenische Brot schmeckt übrigens köstlich!