Rainer Maria Rilke: Die Engel

Ich bin krank, Halsweh und Schnupfen, bleibe daher zuhause. Also habe ich Zeit für ein Gedicht – und das lasse ich auch euch gerne zukommen. Nicht sehr originell, vielleicht kennt ihr es schon – „Die Engel“

Sie haben alle müde Münde

und helle Seelen ohne Saum.

Und eine Sehnsucht (wie nach Sünde)

geht ihnen manchmal durch den Traum.

 

Fast gleichen sie einander alle;

in Gottes Gärten schweigen sie,

wie viele, viele Intervalle

in seiner Macht und Melodie.

 

Nur wenn sie ihre Flügel breiten,

sind sie die Wecker eines Winds:

als ginge Gott mit seinen weiten

Bildhauerhänden durch die Seiten

im dunklen Buch des Anbeginns.

 

10 Gedanken zu “Rainer Maria Rilke: Die Engel

  1. Liebe Hania!

    Ich will hoffen, dass du ganz bald wieder auf den Beinen bist, um die „Außenwelt“ weiter mit deinem fotografischen Blick festzuhalten! Ich wünsch dir das von Herzen, wenngleich solche erzwungenen Stillhaltephasen durchaus ergiebig sein können, wie dein lyrisches Geschenk beweist! Das Rilke-Gedicht kannte ich noch nicht, und ich möchte dir herzlich für diese Gabe danken, die du mit dem romantischen Blasengerl noch bereichert hast. Und weil ich schon beim Danken bin: Die Dokumentation deiner/eurer Reisen wie auch die fotografische Erschließung des Mikrokosmos der Natur erfreut mein Herz immer wieder!

    Also alles Liebe und Gute

    Inge

    _____

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